Unser besonderes Anliegen: Integration und Inklusion

 

Integration und Inklusion sind ein besonderes Anliegen unserer Gemeinde. Seit den siebziger Jahren setzen wir uns für die Integration von Menschen mit und ohne Behinderung ein. In den letzten zehn Jahren hat sich die Gemeinde für Migranten und Flüchtlinge aus dem frankophonen Afrika geöffnet.

 

Bereits 1980 hat die Gemeinde in einer ersten Publikation zu ihrem Integrativen Kindergarten  zukunftsweisend formuliert:


„Wir hoffen, dass die Vorstellung unseres Modells von Integration (...) zum Nachdenken anregt: Zum Nachdenken über ,Integrationʻ im weitesten Sinne.

Gegensätze wie arm–reich,  weiß–schwarz, jung–alt, Industrieländer–Entwicklungsländer, Frau–Mann, Kapitalist–Sozialist, Kinder–Eltern, behindert–nichtbehindert, Einheimische–Ausländer müssen und können durch Integration abgebaut werden, wobei ganz klar ist, dass hiermit nicht die Anhebung des vermeintlich wertloseren an den wertvolleren Tatbestand gemeint sein kann.

Es ist ein wechselseitiger Lernvorgang, ein Dialog, durch den übersteigerte Selbstwertgefühle ebenso korrigiert werden müssen wie Unwertgefühle – zugunsten einer vorurteils- und angstfreien Kommunikation.“


aus: Ev. Französisch-reformierte Gemeinde Frankfurt (Hrsg.): Erfahrungen bei Einrichtung und Führung eines integrativen Kindergartens; Schriftenreihe „Lernziel Integration“  Heft  1,  S. 22f.

 

Notre préoccupation particulière : L’Intégration et l’Inclusion.

L’Intégration et l’Inclusion constituent une préoccupation particulière de notre paroisse. Depuis les années soixante dix, nous nous engageons pour l’Intégration de personnes avec et sans handicap. Ces dernières dix années, la paroisse s’est ouverte aux migrants et aux réfugiés de l’Afrique francophone.

 

Dès 1980, la paroisse écrivait dans un première publication sur leur Jardin d’enfants intégratif dans une formulation orientée vers le futur :

 

« Nous espérons que la présentation de notre modèle d’intégration (…) incitera à la réflexion : à la réflexion sur l’intégration dans son sens le plus large ; des contrastes comme pauvre–riche, blanc–noir, jeune–vieux, pays industrialisés et pays en voie de développement, femme–homme, capitaliste–socialiste, parents–enfants, handicapé–non handicapé, autochtones–étrangers doivent et peuvent ètre réduits par l’intégration. Cependant il est très clair que l’intention ne saurait ètre le réajustement de l’état de fait supposé moins bon au supposé meilleur.

Il s’agit d’un processus d’apprentissage mutuel et réciproque, un dialogue par lequel aussi bien des sentiments de supériorité que des sentiments d’infériorité doivent ètre corrigés, au bénéfice d’une communication dépourvue de peurs et de préjugés. »

 

Extrait de: Ev. Französisch-reformierte Gemeinde Frankfurt (Hrsg.): Erfahrungen bei Einrichtung und Führung eines integrativen Kindergartens; Schriftenreihe „Lernziel Integration“

(Expériences acquises dans l’aménagement et la direction d’un jardin d’enfants intégratif ; Série : Objectif d’apprentissage Intégration); Cahier 1, pages 22 et suivantes.


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22.-24.8.2019 - Bericht von der          Generalversammlung der CEEEFE in Paris

 

Bericht von der Generalversammlung der CEEEFE

 

in Paris vom 22.-24. August 2019

 

 

 

Seit sechs Jahren ist die Evangelische Französisch-reformierte Gemeinde in Frankfurt am Main (EFRG) das noch immer jüngste Mitglied der CEEEFE, la Communauté des Églises Évangeliques Francophones à l’Étranger. Jedes Jahr tagt die Generalversammlung im August in Paris. Regionalversammlungen gibt es für Europa immer im Frühjahr.

 

Für die Versammlung vom 22. bis zum 24. August 2019 waren ungefähr dreißig Delegierte aus aller Welt nach Paris gekommen. Sie vertreten vorrangig Gemeinden aus den französischen Überseegebieten und (ehemaligen) Kolonien sowie aus Europa (Deutschland, Skandinavien, Niederlande, Großbritannien).

Über das Hauptthema der Versammlung, „Église verte“, wurde am Freitag, 23. August 2019 gesprochen. Anhand eines Bibelstudiums wurde eine neue Lebenshaltung des freiwilligen Verzichts („sobriété“) diskutiert. Kritisch wurde bemerkt, dass Alarmismus nichts Gutes für die Umweltfrage bringt. Eine andere Lebenshaltung kann und soll mit christlicher Freude und Zuversicht angegangen werden.

 

Auch diakonisch-missionarische Initiativen spielten eine große Rolle während der Versammlung. Berichtet wurde von der Arbeit der ACO, der Action Chrétienne en Orient. Sie ist aus Hilfsaktionen während des armenischen Genozids hervorgegangen und unterstützt heute ethnische und religiöse Minderheiten im Nahen Osten. Die Kirchen in Marokko und Dschibuti sind weitestgehend von Spenden der CEEEFE und des DEFAP, der evangelischen Mission Frankreichs, abhängig. Gerade wurde der Neubau einer protestantischen Kirche in Dschibuti erfolgreich beendet. Die Gemeindearbeit, die nun in den Gebäuden der Gemeinde stattfindet, ist praktisch-diakonisch ausgerichtet. Die Kirche bietet eine „Ausbildung auf der Baustelle“ (formation sur le chantier) an, die Geflüchteten in Djibouti die Chance bietet sich zu qualifizieren. Begleitendes Thema der gesamten Konferenz war die schwierige Position der Gemeinden in der arabischen Welt. Oft können sie ihr Gemeindeleben nur führen, wenn es explizit nicht auf Einheimische gerichtet ist. Die französische Gottesdienstsprache dient oft als „Nachweis“, dass unter der örtlichen muslimischen Bevölkerung nicht missioniert wird.

 

Nach einer sechsjährigen Amtszeit hat Bernhard Antérion sich als Vorsitzender des CEEEFE verabschiedet. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender ist Pasteur Christian Seytre, ehemaliger leitender Geistlicher der Fédération protestante de France, des französischen Gegenstücks der EKD.

 

Cécile Ambote Luzolo hat die EFRG präsentiert und dabei auf das vergangene Karl-Barth-Jahr hingewiesen, auf den Besuch von Bernhard Antérion und die Auftritte des Chorale francophone für die Christoffel-Blindenmission. Die EFRG hat ihr Interesse daran bekundet, die nächste europäische Regionalversammlung in Frankfurt am Main zu halten. Eine formale Einladung erfolgt erst, wenn dazu im Konsistorium ein Beschluss gefasst wurde.

 

Die Atmosphäre während der ganzen Tagung war freundlich und locker. Beruhigend ist es, dass Tagungshäuser nicht dem deutschen Standard entsprechen müssen, um doch ein gutes Tagen zu ermöglichen. Die Veranstaltung spiegelt die Frankophonie wieder, die das Gefühl vermittelt, dass die Welt klein ist und nicht weit weg (wie man in Deutschland manchmal vermuten könnte).

 

 

 

Cécile Ambote Luzolo