Herzlich willkommen in der Evangelischen Französisch-reformierten Gemeinde!

Auf diesen Seiten möchten wir die Evangelische Französisch-reformierte Gemeinde in Frankfurt am Main vorstellen.

 

Seien Sie eingeladen, zu stöbern – und teilzunehmen am Leben der Gemeinde. Aktuelle Veranstaltungen finden Sie deshalb gleich hier auf dieser Seite, weitere unter Gottesdienst und  Gemeindeleben.

Einen Rückblick auf frühere Veranstaltungen haben wir auf der linken Spalte aufgenommen.

 

 

Soyez les bienvenus à la Paroisse protestante réformée-française !

Sur les pages suivantes, nous souhaitons vous présenter la Paroisse Protestante Réformée-française de Francfort-sur-le-Main

 

Vous êtes invités à vous faire une idée en vous promenant dans les pages qui suivent, de même sentez vous invités à participer à la vie de notre paroisse.

C'est pourquoi vous trouverez les activités actuelles de notre paroisse immédiatement sur cette page et les autres sous les rubriques « Gottesdienst » und « Gemeindeleben » (culte et vie de la paroisse).



Ja, ja, 2017 ist das Jahr der Reformation. Vor dieser Information kann man sich – zumindest in deutschen Landen – einfach nicht retten. Und dabei ist es erst Februar und der Reformationstag am 31. Oktober ist noch fern!

Nun aber mal ehrlich: Was wissen Sie tatsächlich über dieses Stichwort, die Zeit, die Protagonisten? An wie vielen Veranstaltungen haben Sie Ihr Wissen erweitert oder vertieft oder vielleicht auch erst erworben? Diesen Fragen ging das Atelier der Begegnung im Januar und Februar nach. Einen Samstagnachmittag widmeten wir den Umständen um das magische Jahr 1500 herum, weil die europäische Geschichte mit diesem fiktiven Datum den Beginn der Neuzeit festlegt. Warum gingen Menschen damals ins Kloster? Warum und unter welchen Bedingungen gab man sein Kind dorthin? Und was konnte man dort lernen? Wie sah ein katholisches Europa aus? Gab es Deutschland schon? Was aß und trank man?

Wir tauchten an unserem ersten Treffen in diese fremde und ferne Zeit ein. Ein Fragebogen und eine Fantasiereise machten dies etwas leichter. Erziehung von Kindern und Inhalte der Schulbildung befremdeten uns. Zwei Luderzitate (zu dem Namen s.u.): „Meine Mutter stäupte mich wegen einer Nuss“ und an anderer Stelle im Rückblick auf seine Schulzeit: „Es sind manche Präzeptoren (Lehrer) so grausam wie die Henker. So wurde ich einmal vor Mittag fünfzehnmal geschlagen. Ohne jede Schuld, denn ich sollte deklinieren und konjugieren und hatte es doch noch nicht gelernt.“ Hier sehen Sie einen Staupbesen (1): Birkenzweige, eingeflochten sind Steinchen und scharfkantige Metallstücke. Ein probates Erziehungsmittel dieser Zeit, d.h. es handelt sich um keine speziell harte oder unmenschliche Methode, die ausschließlich dem kleinen Martin widerfuhr. So war überhaupt der Glaube an körperliche Schmerzen zum Heilen oder Austreiben von bösen Gedanken und Gefühlen übergroß. Das nächste Bild zeigt das Werkzeug (2), mit dem Luder sich im Kloster durch Kasteien (auf-den-Rücken-Schlagen) versuchte von Bösem zu befreien.

Dass der Römerbrief für Luder eine Rundumbefreiung von allen von uns heute als Foltermethoden und Irrwege empfundenen Methoden bedeutete, erscheint vor diesem Hintergrund nur allzu verständlich: Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht;  denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.« (Rö 1,16f) Glaube ist keine Verhandlungssache oder Tauschbörse mit Gott nach dem Motto: Ich tue gute Taten, also gebe Almosen, lebe sexuell enthaltsam, faste, bete etc., dafür bin ich etwas mehr gerechtfertigt vor dir, nein, vielmehr ist die Rechtfertigung vor Gott unverdiente Gnade, die er selbst dem Menschen im Evangelium, der Frohen Botschaft, schenkt.

Unser zweites Treffen war der Theologie gewidmet: Welche Konsequenzen ergaben sich für Martin Luder persönlich aus dem Verstandenen? Zunächst das Offensichtliche: Er veränderte seinen Nachnamen Luder in Luther, da er dem Trend der Gräzisierung seiner Zeit folgte, aber beabsichtigte, dass alle Menschen seinen Namen irgendwie auch aussprechen sollten. „Eleutherios“ – der Befreite, so unterschrieb Luther seither.  Und wie setzte er diese Erkenntnis um, so dass 95 Disputationsthesen, sein Auftritt vor dem Reichstag in Worms und letztendlich das Bekenntnis zum Evangelium, dieser Heilsbotschaft, herauskam, das ganz Europa neu ordnen sollte? Menschenbild, Verhältnis zu Körper und Sexualität, Gesetz und Gnade, Freiheit, und nicht zuletzt das Abendmahlsverständnis dieses „Befreiten Martins“ haben uns sehr beschäftigt. Gut, dass wir ein Abendmahlsgeschirr, Oblaten und ein Schlückchen Wein zur Demonstration der unterschiedlichen Geschehnisse dabei hatten! Marginal, aber wesentlich auch die Zusammenarbeit mit Lucas Cranach d.Ä., der nicht nur Nachbar und Freund war, sondern auch Luthers Theologie in Bilder umsetzte (als Beispiel „Gesetz und Gnade“, 1551) – für Luther wesentlich und unverzichtbar. Beides, Abendmahl und Bilder, sollten noch zu seinen Lebzeiten zu massiven Diskussionen und Abgrenzungen mit anderen Menschen führen, die ebenfalls die Praxis der katholischen Kirche angriffen, aber aus der Erkenntnis völlig andere Schlüsse zogen.

Luthers Verhältnis zum Körper brachte einen von Gen 1, 26-28 inspirierten Wandel mit sich: Askese in der Form von Fasten und Zölibat wurden ersetzt durch das Bild des Ehepaars Luther (ebenfalls vielfach von Lucas Cranach d.Ä. produziert) und der christlichen Familie, der Kernzelle des Glaubens, die Sexualität ebenso wie Essen und Trinken bejaht, was man auch am wachsenden Umfang des Reformators leicht sehen kann. Wie komplett das Denken und Fühlen der Menschen im 16. Jahrhundert reformiert worden war, belegt die Tatsache, dass Päpste ob ihres Leibesumfang gehänselt bis verachtet wurden, Luther jedoch nie. Stattdessen zeigen die Bildnisse des älteren Luther einen Art Familien- oder auch Reformationsvater, besonders in Zusammenschau mit dem Landesvater, dem Kurfürsten.

Über die anderen Reformatoren sowie die Auswirkung der Reformation auf die Welt berichten wir an anderer Stelle.

Doris Gabriel-Bassin

Herzliche Einladung zur Ökumenischen Bibelwoche 2017

"Bist du es?" ist das Motto der kommenden Ökumenischen Bibelwoche mit Texten

aus dem Matthäusevangelium.

 

Diese Frage soll in der Ökumenischen Bibelwoche aus verschiedenen Perspektiven

betrachtet werden:

Wer war Jesus? Was bedeutet er für uns heute? Wer bin ich und wie ist meine

persönliche Beziehung zu Jesus?

 

In sieben Abschnitten wird diesen Fragen auf den Grund gegangen. Besonders spannend ist dabei, dass die sieben Bibelstellen in der Fassung der revidierten Lutherbibel 2017 verwendet werden. Dies bietet die Möglichkeit, die Texte noch vor Erscheinen der vollständigen neuen Bibelausgabe mit der Gemeinde und Gästen entdecken und diskutieren zu können.

 

Die 2. Station findet am 3. Mai um 19 Uhr

in der Ev. Französisch-reformierten Gemeinde, Frankfurt statt.

Wichtige Stellungnahme zu Flüchtlingen

Die Franzö›sisch-reformierte Gemeinde ist über die Ceeefe mit anderen französischsprachigen Gemeinden international verbunden. Viele dieser Gemeinden sind von interkulturellem Miteinander geprägt. Die Ceeefe hat daher auf seiner Generalversammlung zu der Situation von Flüchtlingen und Migranten eine Erklärung abgegeben, die Sie hier im Original und in deutscher Übersetzung finden.